Die Lumari leben im Extertal. Sie hören und sehen nicht nur mit Ohren und Augen, vielmehr spüren sie die Belange und Sorgen der Menschen mit dem Herzen. Ein Physiker würde es als „Schwingung“ bezeichnen, ein Mensch vielleicht als „Bauchgefühl“ oder „Intuition“. Was auch immer es sein und wie auch immer man es nennen mag – da gibt es etwas zwischen den Welten, des kleinen und des großen Volkes, der Menschen und der Natur, was sie unsichtbar verbindet.
Leider stellten die Lumari fest, dass dieses Band immer dünner wurde. Es nahm Schaden, da scheinbar einige Menschen, ja sogar ihre Kinder, immer weniger Gespür für die Natur haben. Hastig, hektisch, laut und manchmal auch Dreck hinterlassend hasten sie durch das Unterholz, sorgen für Unruhe und beschweren sich lautstark, dass sie gar keine Tiere im Wald gesehen hätten. Aber sie sind doch alle noch da, die Tiere, die Pflanzen, die Lumari und nicht zueltzt die Gerüche des Waldbodens und das Rauschen des Windes in den Blättern.
Die Lumari beschlossen, das das unsichtbare Band zu den Menschen nicht zerstört werden dürfe, und so beschlossen sie, den Menschen helfen zu wollen.
Doch wie tritt man in Kontakt, ohne sich zeigen zu müssen? Kleine Botschaften mussten her – und so kam es, dass die Lumaristeine das Mittel zur Kommunikation zwischen dem kleinen Naturvolk und den Menschen wurden.
Steine, ganz einfache – kunstvoll und mit viel Liebe bemalt, beglücken seitdem alle Wanderer auf den Wegen rund um das kleine Bergdorf Rott. Scheu, wie die Lumari sind, liegen diese Steine auch nicht wahllos auf dem Weg. Man muss also schauen und entdeckt vielleicht neben der wunderschönen Natur, auch seinen eigenen Rhythmus und einen Lumaristein, vielleicht nur mit einem Wort, einem Satz, einer Aufforderung oder einfach nur einem Muster.
Selten bleibt die Wirkung der Lumaristeine bei den Menschen aus. Einsamkeit findet einen kleinen Trost, Besorgnis weicht einem Lächeln, in schweren Herzen keimt etwas Hoffnung.
Manche Menschen machen Bilder, tauschen sich über die Steine aus, Kinder suchen mit großen Augen nach den magischen Botschaften – alles unter den wachsamen Augen der Lumari, die jedes Mal Zeugen werden, wie ihre kleinen Zeichen der Liebe und Aufmerksamkeit die Menschen wieder verbindet, wie Fremde einander von ihren Funden erzählen und Harmonie unter ihnen einkehrt.
Manche Lumaristeine reisen weit – manche bleiben im Extertal, einige werden getauscht oder als Geschenk für einen lieben Menschen mitgenommen, andere finden ihren Weg als Glücksbringer im Handgepäck oder in der Hosentasch, wieder andere Steine werden in fernen Städten wieder abgelegt um auch dort etwas Magie unter die Menschen zu bringen. So festigt sich bei jedem Fund das stille Band zwischen dem kleinen Volk und den Menschen. Und vielleicht gehört auch ihr zu den Menschen, die die sanfte Magie der Lumaristeine spüren können. Wie sie euch mit Wärme ihre leise Botschaft übermitteln
Nach einer Idee von Delia Rost überarbeitet von Katrin Lankau
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